Kultur, Kunst, Sport und JugendMehr ...Tourismus, Medien, Denkmal- und LandschaftsschutzAuszeichnung für hochqualitative Wandererlebnisse

3. Oktober 2022
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Mündliche Frage von Herrn Patrick Spies an Ministerin Isabelle Weykmans

Zur Auszeichnung für hochqualitative Wandererlebnisse

Wie das Luxemburger Wort kürzlich berichtete, erhielt die Region Éislek im Norden Luxemburgs kürzlich eine ganz besondere Auszeichnung. So trägt sie seit dem 31. August den Titel „Leading Quality Region – Best of Europe“ und gilt somit als erste zertifizierte Wanderregion Europas.

Anhand strenger Qualitätskriterien kürte die Europäische Wandervereinigung die Region unter Berücksichtigung der Beschaffenheit der Wanderwege, die Einbindung von Gastronomie- und Übernachtungsbetrieben sowie Services und Informationsmöglichkeiten für Wanderer.

Das Zertifikat hebt das ausgezeichnete Gebiet demnach in die Champions League aller Wanderregionen, heißt es vonseiten des Deutschen Wanderverbandes.

Die Auszeichnung ist Ergebnis eines erfolgreichen LEADER-Projektes, welches in intensiver Zusammenarbeit regionaler Partner und öffentlicher Träger umgesetzt wurde.

Neben der Auszeichnung zur „Leading Quality Region“ gibt es übrigens auch eine Auszeichnung zum „Leading Quality Trail“, die sich demnach auf einzelne spezifische Wanderwege bezieht, statt auf eine ganze Region.

Als ich von diesen Auszeichnungen gelesen habe, kam mir natürlich gleich der Gedanke, dass diese womöglich auch für Ostbelgien erstrebenswert sein könnten. Zumal wir ja bereits über ein gut ausgebautes Knotenpunktsystem verfügen.

Vor diesem Hintergrund, werte Ministerin, möchte ich Ihnen daher folgende Fragen stellen:

  • Inwiefern ist es denkbar, dass auch Ostbelgien seitens der Europäischen Wandervereinigung als zertifizierte Wanderregion Europas ausgezeichnet wird?
  • Mit Blick auf die Applikation „Wanderroutenplaner GO Ostbelgien“, musste ich feststellen, dass die Zahl der dort vertreten Gastronomie- und Übernachtungsbetriebe noch relativ überschaubar ist. Wie erklären Sie sich das?
  • Sind aktuell weitere Investitionen im Bereich des Wandertourismus geplant?

Die Antwort der Ministerin:

Sehr geehrter Herr Vorsitzender,
Werte Kolleginnen und Kollegen,

konform zur Tourismusstrategie Ostbelgiens lag der Fokus in den letzten Jahren auf die Erneuerung und Renovierung der touristischen Infrastruktur zur Stärkung der Hauptgeschäftsbereiche Wandern und Rad. Diese Infrastrukturmaßnahmen konnten erfolgreich umgesetzt werden, denkt man bspw. nur an das ostbelgische Wanderknotenpunktnetz, welches sie richtigerweise ansprechen, mit einem Gesamtbudget von 850.000 Euro.

Aktuell arbeitet die TAO im Rahmen eines Interreg-V-Projektes an einem Leitwanderweg in Anbindung an den Eifelsteig, der 2023 eröffnet werden soll. Bei der Streckenplanung wurde ganz gezielt auf die Einhaltung der Wanderkriterien geachtet. Bei einer externen Expertise wurde jedoch deutlich, dass die ursprünglich geplante Strecke bis zum Dreiländereck in Ouren nicht zertifizierbar sei, hauptsächlich aufgrund des hohen Anteils an asphaltierten Wegen, vor allem auf landwirtschaftlich genutzten Wegen. Der jetzt geplante Streckenverlauf vom Dreiländerpunkt in Kelmis über das Hohe Venn und das Warchetal bis zu den Seen in Robertville und Bütgenbach wurde von einem externen Wanderexperten begangen und analysiert und scheint zertifizierbar.

Der Antrag zum „Leading Quality Trail – Best of Europe“ wurde somit für diesen Leitwanderweg eingereicht und die Zertifizierung wird wahrscheinlich noch in diesem Jahr – hoffentlich positiv – abgeschlossen. Somit könnte Ostbelgien in 2023 über einen „Leading Quality Trail“ verfügen. Der Schritt zu einer „Leading Quality Region“ wäre aber aus jetziger Sicht unrealistisch, denn Qualitätsregionen werden ausgezeichnet, wenn das Wanderwegenetz mindestens 75% der gesamten Wanderregion erschließt mit max. 30% Verbunddecke. Die Erfahrung des Leitwanderwegs hat ergeben, dass der asphaltierte Teil im Wanderknotenpunktnetz an manchen Stellen leider zu hoch ist, um diese unumgängliche Vorgabe zu erreichen.

In Beantwortung auf ihre zweite Frage sind in der GO Ostbelgien App die Ausflugsziele und Übernachtungsbetriebe vertreten, die Partnerbetriebe der TAO sind. Den Gastronomiebetrieben steht es frei, mittels einer Marketingzulage aufgenommen zu werden. Bei dem Eintrag in der App handelt es sich somit um eine Dienstleistung der TAO im Rahmen der Mitgliedschaft bei der TAO.

Weitere Investitionen im Bereich des Wandertourismus sind aktuell nicht geplant, denn nach der Schaffung von Speerspitzenprodukten wie dem Wanderknotenpunktnetz, dem Stoneman oder dem Leitwanderweg wird die Arbeit der TAO nun darin bestehen, diese Produkte auf dem Markt zu positionieren und für die Qualitätssicherung der Wegeinfrastrukturen zu sorgen, damit Ostbelgien seinen hohen Standard als TourismusDestination behalten kann.