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Chancengleichheit in der Schule für jedes Kind

Das Wort den Parteien | GrenzEcho 01.09.2022

Der französischsprachige Bund der Familien plädierte Ende August für eine reelle Kostenlosigkeit der Bildung. „Fortschritte bei der kostenlosen Bereitstellung von Schulmaterial in der Grundschule“ seien „dringend“ erforderlich. Doch auch in der Sekundarschule werden Mängel in Sachen Kostenlosigkeit hervorgehoben. Die Forderungen beziehen sich auf eine Umfrage bei französischsprachigen Eltern in der Wallonie und in Brüssel.

Wie ist die Situation in der Deutschsprachigen Gemeinschaft? Besonders vor dem Hintergrund steigender Energie- und Lebenshaltungskosten.
Natürlich steigen auch hier die Kosten für Schulmaterial aufgrund der allgemeinen Inflation.

Die finanzielle Situation der Eltern darf jedoch im Bereich der Bildung keine Rolle spielen! Denn Bildung ist ein Menschenrecht. Jedes Kind muss die gleichen Chancen in der Schule haben. Deswegen setzen sich die Sozialisten und Sozialdemokraten für Entlastungen in diesem Bereich ein.

In der vorigen Legislaturperiode wurde eine Erhöhung der Mittel für pädagogische Zwecke in den Primarschulen beschlossen, um Kosten für die Eltern zu reduzieren. Das gilt u.a. für den Eintritt und den Transport zum Schwimmunterricht, aber auch für Fotokopien und für didaktisches Material. Darüber hinaus ermöglicht die DG einen kostenlosen Schülertransport für Schüler bis 12 Jahren.

Neben der erwähnten Kostensteigerung für die schon gewissermaßen traditionelle Ausstattung der Kleinen macht der Bund der Familien in seinem Bericht auf „explodierende“ Kosten für Informatikmaterial aufmerksam.

In der Deutschsprachigen Gemeinschaft fördern wir die Digitalisierung. Doch gleichzeitig wies auch die SP-Fraktion stets auf die möglichen finanziellen Probleme für Eltern hin. Im Sinne der Gleichberechtigung und der Chancengleichheit wurden daher im Juni 1800 Laptops an ostbelgische Sekundarschulen verteilt. Somit werden Jugendliche mit digitalen Endgeräten ausgestattet, die sie in der Schule benötigen. Die Schüler sollen diese zu Beginn des Schuljahrs erhalten.

Zusammenfassend stellen wir also fest: Während die Preise für Schulmaterial hier wie auch in anderen Gegenden steigen, half die Deutschsprachige Gemeinschaft zahlreichen Familien mit wichtigen Investitionen. Dadurch schaffen wir eine reelle Entlastung und fördern damit die Gleichberechtigung.

Und dennoch: Trotz aller Investitionen, die bisher getätigt wurden, ist es gerade im Unterrichtswesen wichtig, weitere Schritte hin zur absoluten Kostenlosigkeit zu gehen, um somit eine ausnahmslose Chancengleichheit zu gewährleisten.

Es wurde bereits vieles in Angriff genommen, aber langfristig darf sich nicht darauf ausgeruht werden.

Es muss vorausschauend in die Zukunft geplant werden, damit die Chancen der Kinder nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen.

Für die SP Ostbelgien

Kirsten Neycken-Bartholemy

Marco Reul