DigitalisierungFinanzenInstitutionellesKommentar: Die gesellschaftliche Pflicht der Banken!

1. Juni 2022
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Banken und ihre Kunden

Das Wort den Parteien | GrenzEcho 02.06.2022

Seit einigen Jahren lassen sich tiefgreifende Veränderungen in den Beziehungen zwischen Banken und ihren Kunden erkennen.

So werden die Verbraucher zunehmend dazu angehalten, ihre Bankgeschäfte digital abzuwickeln. Zunächst über die Automaten in den Filialen, dann über ihren PC und mittlerweile kann oder soll man quasi sämtliche Angelegenheiten über sein Smartphone organisieren.

Gleichzeitig dazu hat sich der Banksektor selbst einem drastischen Sparplan unterworfen, welcher Filialschließungen, weniger Geldautomaten, höhere Gebühren für Dienstleistungen und einen massiven Personalabbau mit sich bringt.

Fakt ist also, dass es mittlerweile unzählige neue Hindernisse zwischen den Bürgern und ihrem eigenen Geld gibt. Dabei sollte der Zugang zu Bankdienstleistungen doch eigentlich jedermanns gutes Recht sein.

Tatsächlich führt die Digitalisierung in diesem Fall jedoch dazu, dass diejenigen vollkommen ausgeschlossen werden, die ohnehin bereits Opfer der digitalen Kluft sind, weil sie nicht über die Mittel oder die Kenntnisse verfügen, um sich einen Computer oder Smartphone zu leisten oder ihre Geschäfte von Zuhause aus zu regeln.

Unsere Dörfer und die dort lebenden Bürger dürfen aber nicht die Verlierer von Umstrukturierung sein! Hier muss dringend gehandelt werden, damit die Dörfer und Weiler in Ostbelgien und Belgien nicht aussterben.

Es ist höchste Zeit, die Banken nochmals an ihre gesellschaftliche und soziale Verantwortung zu erinnern. Immerhin sollen die Banken der Bevölkerung und der Realwirtschaft dienen.

Ja zu sozialverträglichen Gewinnen, aber nein zum Profit auf dem Rücken der Gesellschaft und insbesondere des ländlichen Raums!

Es ist Aufgabe der Banken, sich ihren Kunden anzupassen, die ihnen ihr Geld anvertrauen und dafür auch noch reichlich bezahlen! Und nicht umgekehrt!

Als Sozialdemokratische Partei erachten wir es als unsere Pflicht, sämtliche Initiativen zum Erhalt der Bankdienstleistungen vehement zu unterstützen. Ein Kampf im Namen der sozialen Gerechtigkeit, aber auch der „Freiheit“, in Zukunft noch weiter Bargeld benutzen zu können und sein Geld selbst verwalten zu können.

Für die SP Ostbelgien
Patrick Spies, Abgeordneter im PDG