CoronaSelbstschnelltests

1. Dezember 2021
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Frage von Frau Kever an Minister Antoniadis

Zu Selbstschnelltests

Am letzten Freitag ist erneut – auf drängende Anfrage einiger Provinzgouverneure – der Konzertierungsausschuss zusammen gekommen und hat über weitere Maßnahmen befunden. Unter anderem ist festgehalten worden: « Le comité de concertation insiste sur l’importance de réaliser, par exemple, des tests rapides avant de se rendre à une grande réunion de famille. »

Vor dem wissenschaftlich belegten Hintergrund, dass sowohl ungeimpfte, als auch geimpfte Personen gleichermaßen infiziert und auch ansteckend sein können, ist die Empfehlung, spontan auf eigens durchgeführte Schnelltests zurück zu greifen bevor man auf eine Familienfeier geht oder andere Menschen in der Gruppe trifft, sehr sinnvoll und sicherheitsgenerierend.

Es ist sogar anzunehmen, dass eine solche „vorgeschaltete Maßnahme aus Eigeninitiative“, den ein oder anderen Cluster verhindern könnte.
Man kann als mit Fug und Recht behaupten, dass es sich um eine sinnvolle präventive Maßnahme handelt.

In jedem Fall scheint ein Selbsttest unter den aktuellen Umständen eine förderungswürdige Vorgehensweise zu sein, für die geworben und sensibilisiert werden sollte.

Zu dieser Vorgehensweise habe ich folgende Fragen an Sie, Herr Minister Antoniadis:

  • Wie steht die Regierung der DG zu dieser Empfehlung des Konzertierungsausschusses?
  • Mit welchen Möglichkeiten kann die Regierung der DG diese „Prävention aus Eigeninitiative“ mittels eines Selbstschnelltests fördern und dafür sensibilisieren?
  • Besteht die Möglichkeit, dass die Regierung der DG der Bevölkerung eine gewisse Anzahl von Schnelltests zur Verfügung stellt um sich auf Eigeninitiative selbst schnell testen zu können?

Antwort des Ministers:

Durch Studien und Untersuchungen ist belegt, dass Geimpfte ein niedrigeres Ansteckungsrisiko haben.
Auch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Geimpfte das Virus weitergeben geringer als bei ungeimpften Personen.
Das bedeutet nicht, dass Geimpfte unverwundbar wären, bzw. das Virus nicht weitergeben können.
Die Delta-Variante und die Zeit nagen an der Immunität. Daher ist die Boosterimpfung wichtig, um Impfdurchbrüche zu vermeiden.

Wichtig ist vor allem auch die Info, dass das Risiko als Ungeimpfter auf der Intensivstation zu landen, 10-mal höher ist als bei geimpften Personen. Und das führt zu einer Überlastung des Gesundheitssystems. Zu viele Menschen stecken sich zu schnell an und einige von ihnen mit einem bestimmten Risikoprofil landen in
Krankenhausbetten.

Dass die Menschen sich mit der Zeit anstecken werden, ist laut Professor Drosten von der
Berliner Charité sogar notwendig. Aber eben mit einer Grundimmunisierung durch die Impfung und eine kontrollierte natürliche Nachdurchseuchung im Anschluss.
Eine natürliche Durchseuchung ohne Impfung bedeutet die schwere Erkrankung und den Tod von tausenden von Menschen.

Durch die Impfung konnten 30.000 Krankenhausaufnahmen in Belgien verhindert werden.
Tests allein schützen nicht vor einer Infektion und noch weniger vor einem schweren Krankheitsverlauf.
Das zeigen die aktuellen Krankenhauszahlen. Deshalb muss die Zahl der ungeimpften weiter abnehmen.
Die Selbsttests sind aktuell in Apotheken erhältlich. Eine Familie mit dem Statut der erhöhten Kostenerstattung erhält eine Reduktion beim Ankauf.
Es finden aktuell Gespräche statt, zwecks Erweiterung des kostengünstigen Verkaufs in Supermärkten.
In deutschen Drogerie- und Supermärkten kosten die Tests zwischen einem und zwei Euro.
Der Preis ist somit sehr erschwinglich.

Die Schnelltests geben allerdings keine 100%ige Sicherheit. Vor allem bei Geimpften ist im Falle einer Infektion die Viruslast in den ersten Tagen so gering, dass der Schnelltest sie nicht anzeigt.
Manche Virologen empfehlen die Schnelltests deshalb nur im Falle von Symptomen.
Ein negatives Ergebnis ist demnach ein Freifahrtsschein für niemanden. Umso wichtiger ist es, die anderen AHA-Regeln einzuhalten: Maske tragen, Abstand halten, Lüften, etc.

Wichtiger als die individuelle Förderung von Selbsttests ist für mich die Testkapazität in der Deutschsprachigen Gemeinschaft zu erhöhen.

Es kann nicht sein, dass in den Krankenhäusern so wenig getestet wird.
Es kann auch nicht sein, dass die Testungen in den Schulen, wenn ganze Klassen in Quarantäne gehen, teilweise so schleppend stattfinden.
Hier hat das Ministerium Kaleido bisher mit eigenen Testkapazitäten zusätzlich unterstützt, aber ich fürchte, dass das nicht mehr ausreicht.

Sobald Kaleido in der Lage ist, verlässliche administrative Vorarbeiten für solche Testungen durchzuführen und die nötigen Vorabinformationen zu liefern, wird das Ministerium diese Dienstleistung weiter ausbauen.
Parallel dazu wird überprüft, in welcher Form auch weitere Testkapazitäten für die breite Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden können. Hier wird es nötig sein, mit den beiden Krankenhäusern zusammenzuarbeiten.
Ich kann ankündigen, dass die Deutschsprachige Gemeinschaft aktuell die Machbarkeit von eigenen Testzentren prüft. Wir sind eigentlich nicht zuständig, aber ich sehe aktuell nicht, wie ansonsten zeitnahe Testungen für die Bevölkerung erfolgen sollen.