Kultur, Kunst, Sport und JugendMuseumsdepot

5. Oktober 2021
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Mündliche Frage von Herrn Patrick Spies an Ministerin Isabelle Weykmans

Zum Museumsdepot

Die Deutschsprachige Gemeinschaft verfügt mittlerweile über eine Kunstsammlung von einigen Tausend Werken. Es wurden Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen, Installationen und Fotografien angekauft. Viele dieser Werke sind in öffentlichen Gebäuden ausgestellt. Etwa die Hälfte wird jedoch eingelagert, wobei die derzeitigen Lagerräume jedoch nicht den technischen Anforderungen an eine korrekte Aufbewahrung der Kunstgegenstände entsprechen. Zudem ist der Platz begrenzt und das aktuelle Depot für den Transport der Kunstwerke nicht ideal zugänglich. Zu guter Letzt verfügt die DG auch über archäologische Funde, die aktuell ebenfalls nicht korrekt aufbewahrt werden. 

Neben der Kunstsammlung besteht auch bei den Museen der DG akuter Handlungsbedarf. Die Museen befinden sich in der misslichen Lage, dass sie nicht über genügend Lagerräume für ihre Sammlungen verfügen. Hinzu kommt, dass die vorhandenen Lagerräume für die korrekte Aufbewahrung der Gegenstände nur bedingt geeignet sind. Darüber hinaus stehen den Museen auch nur begrenzt adäquate Fachkräfte für die Betreuung ihrer Sammlungen zur Verfügung. Daher wurde vor einiger Zeit entschieden, dass das Ministerium der DG die Museen sowohl beim digitalen als auch beim räumlichen Sammlungsmanagement unterstützen und entsprechende zentrale Dienstleistungen anbieten soll. 

In Bezug auf das räumliche Sammlungsmanagement ist beschlossen worden, ein zentrales Depot zu schaffen. In diesem Depot sollen sowohl die Bestände der DG aber auch der anerkannten Museen untergebracht werden. Dieses Depot soll zum einen die Möglichkeit für eine korrekte Lagerung der Gegenstände – je nach materieller Beschaffenheit – geben. Zum anderen soll eine qualifizierte Betreuung der Sammlungen gewährleistet sein. 

Zur Schaffung eines solchen Depots hat die Regierung vor geraumer Zeit das alte Druckereigebäude des Grenzecho erworben. 

 

Vor diesem Hintergrund möchte ich Ihnen werte Ministerin nun folgende Fragen stellen: 

  • Wie sieht der aktuelle Stand der Dinge in Sachen Museumsdepot aus?
  • Welche anerkannten Museen haben einen konkreten Bedarf dieses Depots geäußert?
  • Inwiefern erfuhren die Museen seitens des Ministeriums bereits eine Unterstützung beim digitalen Sammlungsmanagement?

Antwort der Ministerin:

Sehr geehrte Frau Vorsitzende, 

Werte Kolleginnen und Kollegen,

seit 2020 gibt es eine Arbeitsgruppe “Museumsdepot”, um den Betrieb und den Umzug der Sammlungen zu besprechen und vorzubereiten. In dieser AG sind alle anerkannten Museen vertreten, da – im Rahmen der Nutzerbedarfsanalyse aus dem Jahre 2018 – die sechs anerkannten Museen der Deutschsprachigen Gemeinschaft ihren Bedarf angemeldet haben. Auch die Kunstsammlung der Deutschsprachigen Gemeinschaft wird im neugeschaffenen Depot ihren Platz finden.

Das letzte Treffen der Arbeitsgruppe fand im Januar 2020 statt. Darauf sollte ein Besuch im Museumsdepot in Kortrijk folgen, welches als gutes Beispiel empfohlen wurde. Der Besuch sowie die letzte Sitzung der AG wurden jedoch pandemiebedingt verschoben. Im nächsten Jahr soll der Besuch in Kortrijk jedoch nachgeholt werden.

Das Projekt Museumsdepot befindet sich gemeinsam mit dem der Maurer-Halle für das RSI und dem Teilzeitunterricht im Cluster Bildung. Ein Nachhaltigkeitskonzept für dieses Vorhaben wurde bereits in Auftrag gegeben und nach den momentanen Schätzungen müssten die Ergebnisse dieser Studie im ersten Quartal des Jahres 2022 vorliegen. Der nächste Schritt liegt in der Beauftragung eines Projektmanagers, der die Ausschreibung für den Architekten vornimmt und in Folge der Erstellung der Pläne die entsprechende Baugenehmigung einreicht. 

Bereits seit 2017 können die Museen kostenlos die Datenbank „Kulturerbe Archiv“ zur Inventarisierung und Digitalisierung ihrer Sammlungen nutzen. Die Datenbank und ihre Möglichkeiten wurden den Museen und den Geschichtsvereinen bei einem Netzwerktreffen im Februar 2017 vorgestellt. Durch die frühzeitige Einbindung der Museen und dem engen Austausch mit dem Ministerium konnten Verbesserungsvorschläge der Nutzer direkt umgesetzt werden und zu einer Optimierung der Eingabemasken führen. Letztendlich ist das Archiv nicht nur für die digitale Inventur geeignet, sondern kann durch die Einspeisung in die Webseite der jeweiligen Museen die Zugänglichkeit zur Sammlung nun auch digital für jeden Bürger und jede Bürgerin ermöglichen.