BeschäftigungArmutsbekämpfungSoziale GerechtigkeitVollstatut für Tagesmütter

17. Februar 2021
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Vollstatut für Tagesmütter darf nicht erst am Ende einer langen Reform stehen

Die SP Ostbelgien begrüßt die Absicht der Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft, eine Neuausrichtung der Kleinkindbetreuung anzustreben, die konventionierten Tagesmüttern in absehbarer Zukunft ein Vollstatut ermöglichen wird. Damit kommt Ministerin Klinkenberg einer langjährigen Forderung der SP Ostbelgien nach. Kürzlich hatte auch die Vereinigung der Tagesmütter in Ostbelgien (VTO) für ein Vollstatut plädiert.

Im Rahmen der Neuausrichtung der Kleinkindbetreuung, wie sie am vergangenen Freitag von der zuständigen Ministerin in einer gemeinsamen Stellungnahme mit dem Regionalzentrum für Kleinkindbetreuung (RZKB) angekündigt wurde, wird konventionierten Tagesmüttern in der Deutschsprachigen Gemeinschaft ein Vollstatut, also ein Angestelltenverhältnis mit Anrecht auf vollständige Absicherung der sozialen Sicherheit in Aussicht gestellt.

“Ich freue mich sehr, dass nun sehr schnell Bewegung in die Sache gekommen ist”, stellt SP-Präsident Matthias Zimmermann fest. “Die Schaffung des neuen Statuts darf jedoch nicht durch die angekündigte und wünschenswerte Gesamtreform hinausgezögert werden! Das aktuelle Statut bietet keine solide Beschäftigungsperspektive. Deshalb herrscht akuter Handlungsbedarf“, so Zimmermann weiter.

Die SP Ostbelgien unterstreicht zudem, dass es wichtig sei, dass das neue Statut eine 38-Stunden-Woche beinhaltet. Beispiele aus dem Inland zeigen, dass eine deutlich höhere Wochenarbeitszeit für Tagesmütter nicht zielführend ist. Zudem seien bei der konkreten technischen Ausarbeitung des Statuts auch die Gewerkschaften miteinzubeziehen.

Selbstverständlich muss es auch weiterhin die Möglichkeit geben, als konventionierte Tagesmutter zu arbeiten. Das Vollstatut muss demnach eine Ergänzung des bestehenden Angebots werden und darf kein Ersatz sein. „Ich denke dabei an die Pionierinnen, die mutigen Tagesmütter der ersten Stunde, die trotz der Anfeindungen einiger Parteien, diese für die Familien wertvolle und zunächst wenig geschätzte Arbeit geleistet haben. Sie sind am Ende ihrer Karriere und werden nicht in ein Vollstatut wechseln wollen.”, so Zimmermann abschließend.